Das Dorf Berzbuir

Das Dorf Berzbuir, seit 1972 zur Stadt Düren gehörend, liegt 7 km südlich des Stadtzentrums. Die Topographie, also die Oberflächengestaltung der Landschaft, trägt unverkennbar den Charakter einer ausgeprägten Übergangszone.

Nach Norden und Osten ist die Landschaft um Düren
geprägt von der flachen Zone der Julicher Börde, im
Osten unterbrochen durch den parallel zur Rur ver-
laufenden Hang, der im Stadtzentrum deutlich in der
Zülpicher Straße, der Oststraße, der Kölnstraße und
der Bismarckstraße zu erkennen ist. Nach Westen und
vor allem nach Süden wird der Blick jedoch begrenzt
durch die Höhenlinien der Ausläufer der Eifelberge.
Zwischen der Rurniederung im Osten und den Eifel-
höhen hinter Gey erhebt sich eine ebenmäßige Kuppe,
der Berzbuirer Knipp.An seiner Ostseite, rd. 40m tiefer
als die Berghöhe, erstreckt sich in
Südost - Nordwestrichtung in etwa 1 km Länge das
Dorf. Vom Berzbuirer Knipp aus, also des                           
               Blick vom "Knipp" auf das Dorf  Berzbuir
waldbestanden Rundkegels, der wegen seiner
auffallenden Ebenmäßigkeit im Volksmund das ,,Hühnerauge der Eifel“ genannt wird, hat man einen großartigen Blick über das Dorf hinweg in das Dürener Rurtal und nach Osten und Norden weit darüber hinaus. Bei klarem Wetter sind die Türme des Kölner Doms, seit einigen Jahren noch besser der Kölner Fernsehturm ,,Colonius“, die Schornsteinreihen im Vorgebirge, nach Norden hin die riesigen Fabrikanlagen und Dampfschwaden der Kohlenkraftwerke zwischen Bergheim und Grevenbroich und ganz neu der riesige neue Berg ,,Sophienhöhe“ sowie nordwestlich anschließend die zahlreichen Gittermaste der Deutschen Welle bei Jülich zu erkennen. Die Stadt Düren ist hier in ihrer vollen Ausdehnung und mit allen Stadtteilen von Merken bis Niederau gut einzusehen. Wie schon vorhin erwähnt, ist das Charakteristikum des Landschaftsbildes und der Dorfstruktur die Besiedlung am Osthang des Knipps zwischen den Dörfern Birgel im Nordwesten und Kufferath in Südosten. Wie alle dörflichen Siedlungen ist auch Berzbuir wahrscheinlich aus Einzelgehöften entstanden. Man muß sich fragen, warum an dieser Stelle die Menschen gesiedelt haben. Eine der Grundbedingungen für menschliche Besiedlungen ist immer die Verfügbarkeit von Wasser, und zwar entweder als dauernd oberirdisch fließendes Wasser, also als Bäche und Flüsse, oder aber als in unterirdischen Wasseradern dauernd vorhandenem frischen Wasser. Da Quellwasser bekanntlich am Fuße oder unterhalb von Berggipfeln austritt, war dieses physikalische Phänomen sicher auch für die Besiedlung der Landschaft hier an dieser Stelle maßge­bend. Im Bereich des Dorfes gibt es keinen Bachlauf, aber bis in die fünfziger Jahre waren eine Vielzahl von Brunnen, ,,Pötz“ genannt, vorhanden.

Die Theorie von Einzelhöfen, die die Wurzeln der dörflichen Besiedlung waren, ist in Berzbuir ohne weiteres nachvollziehbar. Berzbuir verfügt über eine seit über 600 Jahren  existierende, in ihren Proportionen und ihrer Gestaltung bemerkenswert schöne Hofs-Anlage, den Bauschhof.

Eine interessante Ansammlung von älteren Gebäuden, jünger als der Bauschhof. befindet sich im Bereich der Straßenverzweigung ,,Zum Berzberg - Zum Knipp“.

Für diesen Dorfbereich hat sich von alters her die Bezeichnung ,,Om Pötz“ (Auf dem Pütz) erhalten. In diesem Wort kommt besonders deutlich der Hinweis auf zahlreiche Brunnen zum Ausdruck. Die reichlich vorhandenen Wasseradern relativ oberflächennah waren also Ursache dafür, daß hier vor  einigen hundert Jahren unsere Vorfahren ihre Häuser bauten. Wir können uns glücklich schätzen, auf engem Raum eine so geschlossene Siedlungsstruktur von Fachwerk- und Natursteinbauten bis heute erhalten zu haben. Dieses Ensemble ist im Gebiet der Stadt Düren einmalig.

Der Verlauf der Hauptverkehrslinie des Dorfes, nämlich der Berzbuirer Straße und ihre Verlängerung nach Birgel, markieren ziem­lich präzise den land­schaftlichen Über­gangscharakter auch in der Qualität der Böden. Während auf der Ost­seite des Dorfes und der  Straße nach Birgel die   Bodenqualitäten zum Bereich der Dürener Bucht und zur Jülicher Börde gehörend sehr gut sind, liegen auf der Westseite die Werte deutlich darunter.

Die ein Dorf umgebende und zu ihm gehörende Landfläche wird  verwaltungstechnisch Gemarkung genannt. Die Gemarkungsbezeichnung lautet für unser Dorf, „Berzbuir­ -Kufferath“, denn seit der Zugehörigkeit unseres Gebietes zum französischen Reich ab 1794 wurde das gesamte Territorium erstmals in Gemeinden- Comrnunen - gegliedert. Seit dieser Zeit existiert die Gemeinde Berzbuir-Kufferath.

Hieraus folgte die katasteramtliche Bezeichnung ,,Gemarkung Berzbuir - Kufferath“. Innerhalb dieser Gemarkung kann man als zu Berzbuir gehörig heute das Gebiet bezeichnen, welches im Osten durch die K27, im Süden durch die K29, im Westen von dem Wirtschaftsweg. der von der Kalksandsteinfabrik bei Horm zur B399 führt, im Nordwesten von der B399 bis zum ,,Birgeler Knipp“ und von hier - im Norden - von einem Verlauf vor den Häusern des Dorfes Birgel hinunter zur K27 begrenzt wird. Zum Gemarkungsgebiet gehören mithin als höchstem Punkt der Berzbuirer Knipp (215 m), der westlich anschließende künstlich Flotationsteich, das Beythal sowie die übrigen in den vorbezeichneten Grenzen liegenden ausschließlich landwirtschaftlich genutzten Flächen.
www.berzbuir.de